Elternrat

Unsere Schule ist bei der Schulbauförderung leer ausgegangen.
Daraufhin haben Elternrat und Vorstand einen Offenen Brief an Kultusminister Olbertz verfasst:


Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Herrn Kultusminister
Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz
persönlich
Turmschanzenstr. 32
39114 Magdeburg

Sperrfrist bis 2.4.09
Offener Brief zur
Vergabe der Schulbau-Fördermittel

Sehr geehrter Herr Minister,

mit großer Enttäuschung und Unverständnis mussten Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Mitglieder unseres Fördervereins am 12. März aus der Presse erfahren, dass unsere Schule bei der Vergabe der Schulbau-Fördermittel durch Ihr Ministerium nicht berücksichtigt wurde.
Unsere Enttäuschung ist auch deshalb so groß, weil die Schulgemeinde nach einer einjährigen Konzepterarbeitung sich auf den Weg gemacht hat, erste Teile des pädagogischen Konzeptes umzusetzen.

Neben der Schärfung des Ganztagsprofiles und der Medienbildung sind dies vor allem Europa sowie Demokratie und Toleranz unsere Schwerpunktsäulen. Im Sommer 2008 wurde uns der Titel“ Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verliehen, im Frühjahr 2010 werden wir voraussichtlich „Europa-Schule“ werden. Wie Sie wissen, pflegen und entwickeln wir mehrere Schulpartnerschaften, so nach England, Polen und, auf Ihre Vermittlung hin, nach Armenien.
Im Sozialraum Halle-Mitte/Nord sind wir fest verankert, führten im Januar die erste Konferenz mit Schülern von Grund-, Sekundar- und Berufsschulen sowie Gymnasien an unserer Schule durch.
Viele weitere Aktivitäten, z. B. die jährliche Auschwitz-Exkursion oder unsere Kooperation mit Infra-Leuna, ließen sich noch anführen.
Dass trotz dieser zahllosen Projekte und Initiativen sowie Platz 1 auf der Prioritätenliste der Stadt die Reil-Schule leer ausging, veranlasst viele Eltern und Lehrkräfte zu der Frage, ob die Sekundarschule als Schulform noch politisch gewollt ist, noch eine Zukunft hat.

Die Erfahrungen an unserer Schule sprechen dagegen:
Bei den IZBB-Förderungen stand unsere Schule (damals SEK Wittekind) auf Prioritätenplatz 2 der Stadt, gefördert wurden die Plätze 1, 3, 4 und private Träger. Nach einer mehrjährigen Fusionsphase wurde den Eltern in Aussicht gestellt, die Schule ins PPP-Projekt aufzunehmen. Die Realität war eine andere.
Mit den EFRE-Mitteln wuchs noch einmal die Hoffnung, den Sekundarschulstandort im Norden Halles baulich aufzuwerten - wieder Fehlanzeige.

Gerade Kinder und Jugendliche die im Sekundarbereich beschult werden, sind häufig mit ganz unterschiedlichen Problemfeldern behaftet. So ist der Migrationsanteil gegenüber anderen Schulen prozentual höher, auch finden sich hier häufiger Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten aus ganz unterschiedlichen Gründen. Weiterhin ist der Anteil der Schüler aus sozial benachteiligten Familien sehr hoch.
Kinder und Jugendliche, die Achtung, Wertschätzung und individuelle Förderung erfahren lernen besser. Das sind unter anderem Ergebnisse der Hirnforschung (Pro. Dr. Dr. M. Spitzer). Unsere Schüler erfahren durch Sie eine Absage, die schwer zu erklären ist.

Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass Frustration und Demotivation einer erneuten Bewerbung in Runde 2 im Wege stehen.

Um diese abzubauen, bitten wir Sie, sehr geehrter Herr Minister, um Auskunft, welche Entscheidungswege und Kriterien zur Ablehnung unseres bzw. zur Bevorzugung des IGS-Konzeptes führten.
Wir stehen zu unserem Konzept und haben es auf unserer Schul-Website veröffentlicht.
Die Veröffentlichung der erfolgreichen pädagogischen Konzepte erwarten wir auch von den geförderten Schulen bzw. Ihrem Haus, entweder auf den Internetseiten der Schulen, oder, wo es diese noch nicht gibt, auf dem Landesbildungsserver.
Nur diese Transparenz wird es unserer Sekundarschule ermöglichen, einen 2. Anlauf im Herbst in Angriff zu nehmen.

In Erwartung einer zeitnahen Antwort
verbleiben
mit freundlichen Grüßen

Marion Böhme
Vorsitzende des
Fördervereins

Ute Hoffmann
Vorsitzende des
Schulelternrates